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Dienstag, 30. Mai 2017

Pirates Of The Caribbean: Dead Men Tell No Tales - Pirates Of The Caribbean: Salazars Rache (2017)

http://www.imdb.com/title/tt1790809/
https://letterboxd.com/film/pirates-of-the-caribbean-dead-men-tell-no-tales/

Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) stolpert unversehens in ein neues Abenteuer, als eine Truppe Geisterpiraten unter der Führung von Sparrows erklärtem Todfeind Captain Salazar (Javier Bardem) das Teufelsdreieck verlässt, in dem sie bislang festgehalten wurde. Salazar und seine Crew sinnen auf Rache an allen lebenden Piraten und wollen sie töten, allen voran Captain Jack. Diesem bleibt nur eine Möglichkeit, sich aus der brenzligen Situation herauszuwinden: Er muss Poseidons magischen Dreizack finden, der ihm die Herrschaft über die Weltmeere verleiht und mit dem er Salazar in die Schranken weisen kann. Auf der Suche danach trifft er zum einen auf die junge Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario), die ebenfalls den Dreizack finden will, um sich in der von Männern dominierten Welt der Wissenschaft beweisen zu können, sowie auf den jungen Seemann Henry Turner (Brenton Thwaites), der versucht, seinen Vater zu finden. Dieser ist allerdings mit einem Fluch belegt, der ein solches Zusammentreffen verhindert - und Captain Jack kennt Henrys Vater nur zu gut...

Der Vater Keith Richards, der Onkel Paul McCartney. Jack Sparrow müsste man sein. Die beiden Regisseure  Joachim Rønning und Espen Sandberg scheinen jedenfalls verstanden zu haben, worauf es bei einem "Fluch der Karibik"-Film ankommt. Dementsprechend im Vordergrund stehen flottes Abenteuer, purer Spaß, Action und vor allem das Gefühl der Freiheit. Tatsächlich mit am besten ist nämlich der fünfte Ableger der erfolgreichen Piratenreihe dann, wenn er wunderbar verträumt das Leben als Freibeuter auf hoher See romantisiert, wenn er sich wünscht, vom öden Landleben aufs Meer zu entfliehen. Dann nämlich träumt man selbst auch von der großen Freiheit, wird vom Abenteuerpathos des Films mitgerissen. Abseits davon erlaubt der fünfte Ableger des Franchise sich durchaus aber einige grobe Schnitzer. So spielt Javier Bardem zwar ganz hervorragend, seine Rolle ist aber leider furchtbar schwach geschrieben. Brenton Thwaites als großer Newcomer gibt zwar sein bestes (und das auch gut), geht aber neben Johnny Depp und Geoffrey Rush völlig unter und Kaya Scodelario überzeugt zwar schauspielerisch, ihre Rolle ist aber, wie Bardems, eher Drehbuchtechnisch schwach gehalten. Die Story ist nach rund zwei Dritteln des Films nicht mehr existent und 'Pacing' scheint den Autoren ein Fremdwort gewesen zu sein.

Aber wenn das Regie-Duo es dann endlich zu Eskalation kommen lässt und ihrem Wahnsinn freien Lauf lassen, dann erschlägt "Pirates Of The Caribbean: Dead Men Tell No Tales" das Publikum in großartigen Bildern, perfektem CGI und einem großartigen (Tiefenschärfe-priorisiertem) 3D. Mit einigen guten Einfällen und viel Detail plätschert "Salazars Rache" vor sich hin ohne aber jemals langweilig zu werden. Im Gegenteil. Man erwartet das hier Gezeigte ja in irgendeiner Form auch und freut sich über jede Variation.

Nach dem etwas mageren vierten Teil der Reihe ist der neue Streifen damit ein etwas mehr fesselndes und kreativ inszeniertes Abenteuer, dass mit allerlei Bonmots und mit, zugebenermaßen plumper aber dafür aufrichtiger, Romantik und Kitsch, der sich stellenweise hart an der Grenze bewegt, aber alles in allem durchaus begeistert. Johnny Depp kaspert zwar in bewährten Manier durch die Geschichte und übertreibt es dabei ab und zu auch mit dem Klamauk. Insofern, dass neueste Piratenabenteuer mag zwar inhaltlich ein wirres Kuddelmuddel sein, dessen Story immer ganz knapp an der Grenze zum Totalausfall wandert, ist aber inszenatorisch erneut aus einem Guss. Anfänglich zwar noch verfangen in den Niveaugestaden des Vorgängers, spätestens gegen Ende aber auf dem Stand der Originaltrilogie. Rønning und Sandberg schlagen zudem sehr geschickt und bei dem einen oder anderen sogar sicher tränenreich einen recht ordentlichen Bogen zu "Pirates Of The Caribbean: At World's End", was so gar nicht zu erwarten und daher umso schöner ist.

Und auch wenn man Depp und Rush inzwischen bereits das Alter etwas ansieht - die beiden haben immer noch ganz offensichtlich Spaß an ihrer Rolle. Geoff Zanellis Soundtrack bedient sich - natürlich - im großen Stil von Hans Zimmers Soundtrack und sorgt damit für ein heimeliges Gefühl bei allen Freuden des wohl berühmtesten Piraten aller Zeiten. Er hat zwar nicht mehr die brachiale Gewalt und ist längst nicht so atmosphärisch wie in den Vorgängerteilen, die klassischen Themen sorgen aber weiterhin für Gänsehautmomente. Selbst wenn man das Gefühl hat, die Geschichte so oder so ähnlich bereits schon erzählt bekommen zu haben, macht auch dieser "Fluch der Karibik" immer noch Spaß, ja, entführt einen regelrecht immer noch auf hohe See. Braucht man dazu aber ein Sequel? Nein, wahrscheinlich nicht. Im Bereich des Piratenfilms gibt es aber nahezu keine Alternative. "Salazars Rache" ist ein witziger, turbulenter und kurzweiliger Spaß, bei dem man echte Spannung oder Originalität jedoch vergeblich sucht. Also wird "Fluch der Karibik" wohl oder übel zurückkehren müssen. Aber wenn wieder mehr Fokus auf Mythen und Story an sich gelegt wird - warum nicht? Das Ende gibt jedenfalls noch etwas her.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 
Walt Disney Pictures/Jerry Bruckheimer Films/Infinitum Nihil

Sonntag, 26. Mai 2013

Pirates Of The Caribbean: On Stranger Tides - Fluch der Karibik: Fremde Gezeiten (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1298650/
https://letterboxd.com/film/pirates-of-the-caribbean-on-stranger-tides/

In diesem actiongeladenen Abenteuer dreht sich alles um Wahrheit, Verrat und Verdammnis: der eigensinnige Piratenkapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) ist diesmal hinter der Quelle der ewigen Jugend her. Auch der berüchtigte Captain Blackbeard (Ian McShane) will die Quelle finden - zusammen mit der schönen, verwegenen Freibeuterin Angelica (Penélope Cruz), die mit beiden Männern so einiges verbindet. Es beginnt eine Reise ins Ungewisse, auf der die Piraten sich nicht nur gegen mysteriöse Meerjungfrauen und skrupellose Halsabschneider, sondern auch gegen Jacks alten Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush) behaupten müssen.

Teil 4 der Piraten-Saga fügt sich nahtlos in die Reihe ein, ohne dabei die in sich abgeschlossene Trilogie zu wiederholen. Dabei ist die Devise für "Pirates Of The Caribbean - Fremde Gezeiten" eindeutig Action. Praktisch von der 1. Minute an wird ordentlich auf die Pauke gehauen. Das macht Spaß, ist aber auch weniger abenteuerlich als in den vorigen Teilen. Natürlich hat es ein Film schwer, der so als vierter Teil außerhalb der Reihe dazukommt, muss er sich doch mit den großen Vorgängern messen und beweisen, dass er auch allein funktionieren kann. Und: das kann er durchaus, wenn man ihm eine Chance gibt. Irgendetwas muss ja geboten werden, wenn man in die vierte Runde des erfolgreichen Franchises geht.


Der Weg führt unseren Anti-Helden Käptn Jack Sparrow (wieder einmal genial, aber offenbar auch etwas weniger motiviert als in den anderen Teilen: Johnny Depp) auf die Suche nach dem Jungbrunnen. Dies bahnte sich ja bereits am Ende des dritten Teils an. Allerdings weiß Disney auch sehr geschickt mit der Titelfigur umzugehen, offenbar liegt das ganze Augenmerkt auf seiner Person - egal ob inmitten der Action oder eine Stand-Alone-Comedynummer. Ob neben ihm auch noch Penelope Cruz durchs Bild hübscht, oder ob das eben wie in den Vorgängern Keira Knightley ist, ist eigentlich ziemlich egal. Geoffrey Rush als Barbossa gibt wieder den ewigen genial dargestellten Rivalen von Jack Sparrow, zusätzlich kriegt man noch Ian McShane als Blackbeard - das hätte schlechter kommen können.

Problem ist nur, man kann das "Pirates Of The Caribbean" nicht streichen, denn es handelt sich hierbei trotzdem um eine Fortsetzung innerhalb einer so großartigen Filmreihe. Und als das muss es demzufolge auch gesehen werden. Was dann bleibt ist leider eine aufgesetzte und erzwungene, viel zu krampfhafte, Nachahmung des Originals. Fast in allen Belangen bekommen wir mehr von dem Geboten, was wir bisher aus den Vorgängern kennen, nur in einer schlechteren, klischeehafteren Variation. Sei es der Gegenspieler, der weder bedrohlich, cool oder auch nur annähernd so furchteinflößend ist, wie es hier verkauft wird. Der, da es schließlich Blackbeard ist, zwar viel Potential hat, aber eindeutig gegen Barbossa oder Davy Jones verliert.

Dass (die hierzulande noch relative unbekannte) Astrid Berges-Frisbey als Meerjungfrau Syrena und Sam Claflin als gläubiger Christ bleich wie Raufasertapete bleiben, ist im Grunde der größte Kritikpunkt der Geschichte, denn alles in allem ist "Fremde Gezeiten" ein unterhaltsamer Spaß, der mit Action, Witz und Abenteuer - zumindest mich - immer wieder in seinen Bann ziehen kann. Er ist eine gearde noch würdige Fortführung des Franchise. An die besten Zeiten kommt er sicher nicht ran, aber unterhaltsam ist er allemal. Wirklich schlecht sieht nochmal anders aus, als Fortsetzung einer solchen Reihe, dann aber, gelinde gesagt, eine Enttäuschung. Und vielleicht kann man mit dem bereits angekündigten fünften Teil ja wieder in sichereres Fahrwasser kommen. Aber ich bin zuversichtlich.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:
Walt Disney Pictures/Jerry Bruckheimer Films/Moving Picture Company

Montag, 4. Februar 2013

Pirates Of The Caribbean: At World's End - Pirates Of The Caribbean: Am Ende der Welt (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0449088/
https://letterboxd.com/film/pirates-of-the-caribbean-at-worlds-end/

Wieder einmal stechen Elizabeth Swann (Keira Knightly) und Will Turner (Orlando Bloom) in See, um in einem verzweifelten Versuch Captain Jacks (Johnny Depp) Seele zu retten. Diesmal müssen sie dafür jedoch ein Bündnis mit ihrem einstigen Widersacher, dem verschlagenen Barbossa (Geoffrey Rush), eingehen. Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy) mit seinem Geisterschiff "Flying Dutchman" sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert schlagen sich Will und Elizabeth bis ins exotische Singapur durch, wo sich am Ende jeder für eine Seite entscheiden muss...

Nach dem furiosen Auftakt von "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" und dem spektakulären Cliffhanger von "Pirates Of The Caribbean: Dead Man’s Chest" hatte "Pirates Of The Caribbean: At World's End" die anspruchsvolle Aufgabe, die erste Piraten-Trilogie zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Gore Verbinski liefert dabei den größten, ambitioniertesten und visuell beeindruckendsten Film der Reihe ab - verliert sich jedoch gelegentlich in seiner eigenen Komplexität. Die Handlung setzt unmittelbar nach den Ereignissen des Vorgängers ein und führt Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth Swann auf ihre bislang gefährlichste Reise. Dabei erweitert der Film seine Welt erheblich: Neue Piratenfürsten, politische Intrigen und übernatürliche Mächte sorgen dafür, dass aus dem einst vergleichsweise geradlinigen Abenteuer mittlerweile ein regelrechtes Fantasy-Epos geworden ist. Genau dieser größere Maßstab fasziniert ebenso sehr, wie er den Film stellenweise unnötig überlädt. Der Film liefert beeindruckende Schauwerte und spektakuläre Actionszenen, verliert sich jedoch in der Vielzahl an Figuren und der mitunter schwer nachvollziehbaren Handlung. 

Darstellerisch bleibt das Ensemble die größte Stärke der Reihe. Johnny Depp spielt Captain Jack Sparrow erneut mit unverwechselbarem Charme und feinem Gespür für Situationskomik, während Geoffrey Rush als Barbossa noch stärker in den Mittelpunkt rückt und jede Szene mit sichtbarer Spielfreude bereichert. Orlando Bloom und Keira Knightley erhalten zudem den emotionalsten Handlungsbogen der Trilogie und entwickeln ihre Figuren konsequent weiter. Auch Bill Nighy beeindruckt erneut als Davy Jones, dessen digitale Umsetzung selbst heute noch bemerkenswert hochwertig wirkt.


Technisch ist "Pirates Of The Caribbean: At World's End" nahezu makellos. Die opulente Ausstattung, Dariusz Wolskis eindrucksvolle Kameraarbeit und Hans Zimmers kraftvoller Score verleihen dem Film eine epische Größe, die 2007 ihresgleichen suchte. Vor allem das monumentale Finale zählt zu den spektakulärsten Actionsequenzen der gesamten Reihe und zeigt Gore Verbinskis Gespür für großes Abenteuerkino. Im direkten Vergleich mit den ersten beiden Filmen offenbaren sich jedoch auch die Schwächen. Während "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" mit seiner Leichtigkeit und seinem Witz punktete und "Pirates Of The Caribbean: Dead Man’s Chest" das Universum sinnvoll erweiterte, versucht "Pirates Of The Caribbean: At World's End", sämtliche Handlungsstränge gleichzeitig zu Ende zu führen. Das führt zu einer überfrachteten Dramaturgie, in der manche Figuren und Motive nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient hätten. Gerade die erzählerische Klarheit des ersten Films geht dabei ein Stück weit verloren. Dieser Balanceakt zwischen spektakulärem Finale und unnötiger Komplexität gelingt leider nicht immer.


"Pirates Of The Caribbean: At World's End" ist ein bildgewaltiger und emotionaler Abschluss der ursprünglichen Trilogie. Trotz einer stellenweise unnötig komplizierten Handlung überzeugen die herausragenden Darsteller, die fantastische Inszenierung und einige der eindrucksvollsten Actionmomente der gesamten Reihe. Nicht ganz so frisch wie der erste und nicht ganz so mitreißend wie der zweite Teil, aber dennoch ein würdiges Finale eines der erfolgreichsten Abenteuer-Franchises der 2000er-Jahre. Für mich persönlich rundet der Teil dennoch all das bislang aufgebaute wunderbar ab. Die offensichtliche Verbeugung vor dem Western-Genre, die Absurditäten, die Cameos - in all dem lieft eine gewisse Würze, für der man dem Film einfach nicht böse sein mag. Und gerade weil Cast und Crew das hier mit so viel Spielfreude und Enthusiasmus durchziehen, bleibt man am Ende doch wohlwollend und geht zufrieden aus diesem Film raus.

7/10 

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 
Jerry Bruckheimer Films/Second Mate Productions/Walt Disney Pictures

Sonntag, 3. Februar 2013

Pirates Of The Caribbean: Dead Man’s Chest - Fluch der Karibik 2 (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0383574/
https://letterboxd.com/film/pirates-of-the-caribbean-dead-mans-chest/

Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) und seine Crew geraten einmal mehr in ein Netz übernatürlicher Machenschaften. Es stellt sich heraus, dass Captain Jack aufgrund der Geschehnisse des ersten Teils in einer Blutschuld zum legendären Piraten Davey Jones (Bill Nighy) steht, dem Herrscher über die Tiefen des Ozeans und Käptn der Flying Dutchman. Wenn Jack keinen Weg findet, dieser Blutschuld zu entgehen, droht ihm ein Leben der Sklaverei und Verdammnis. Auch William Turner (Orlando Bloom) und seine Verlobte Elisabeth Swann (Keira Knightley) haben so ihre Probleme. Ihnen droht der Galgen, weil sie Jack zur Flucht verhalfen. Können sie dem verschlagenen Käptn aber seinen magischen Kompass wegnehmen und an die Britische East-India Trading Company übergeben, werden sie verschont. Doch Jack Sparrow wäre nicht Jack Sparrow, wenn er diesen Anlass nicht zu seinem eigenen Vorteil ausnützen würde. Also nötigt er William, mit ihm auf eine abenteuerliche Seereise quer durch die Karibik zu kommen...

Nach dem überraschenden Erfolg von "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" stand Gore Verbinski vor einer schwierigen Aufgabe: größer werden, ohne den Charme des Originals zu verlieren. "Pirates Of The Caribbean: Dead Man's Chest" entscheidet sich bewusst für den Weg der Eskalation - mehr Fantasy, mehr Action, mehr Figuren und ein deutlich epischeres Abenteuer. Das Ergebnis ist zwar nicht ganz so elegant erzählt wie der erste Teil, dafür aber in vielerlei Hinsicht das spektakulärere Filmerlebnis. Mit zweieinhalb Stunden ist der Film auch nicht gerade kurz, aber dankenswerter Weise auch zu keiner Minute langweilig. Die Story knüpft dabei nahtlos an den ersten Teil an, und der neue Gegenspieler Davy Jones (Bill Nighy) steht Barbossa aus "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" in nichts nach - im Gegenteil, er ist sogar noch fieser. 

Johnny Depp ist dennoch erneut das Herzstück des Films. Sein Captain Jack Sparrow bleibt unberechenbar, witzig und charismatisch, bekommt diesmal aber mit Davy Jones einen Gegenspieler, der zu den besten Schurken des modernen Blockbusterkinos zählt. Bill Nighy verleiht der mittels Performance-Capture erschaffenen Figur trotz der digitalen Effekte erstaunlich viel Persönlichkeit. Bis heute zählt Davy Jones zu den beeindruckendsten CGI-Charakteren überhaupt - ein technischer Meilenstein, der vollkommen überzeugt - und dessen Qualität bezüglich der Animation un der nahtlosen Komposition in späteren Filmen nur noch selten erreicht wurde. Auch Orlando Bloom und Keira Knightley erhalten deutlich mehr Raum zur Entfaltung. Ihre Figuren entwickeln sich glaubwürdig weiter und sind nicht länger nur Begleiter Jack Sparrows, sondern tragen die Handlung aktiv mit. Gleichzeitig erweitert der Film seine Welt um neue Mythen, Kreaturen und Schauplätze, wodurch sich das Piratenuniversum wesentlich größer und lebendiger anfühlt als noch im Vorgänger.


Visuell ist "Pirates Of The Caribbean: Dead Man's Chest" schlicht beeindruckend. Gore Verbinski inszeniert die Seeschlachten, Schwertkämpfe und Verfolgungsjagden mit enormer Dynamik, während Hans Zimmers Musik den Abenteuercharakter perfekt unterstreicht. Gerade die Mischung aus Humor, Fantasy und rasanter Action funktioniert erneut hervorragend und macht den Film zu einem der aufwendigsten Abenteuerblockbuster seiner Zeit.
Ganz ohne Schwächen bleibt die Fortsetzung allerdings nicht. Im Vergleich zum ersten Film wirkt die Handlung deutlich komplexer und gelegentlich überladen. Manche Nebenstränge bremsen das Tempo aus, und die Laufzeit macht sich insbesondere im Mittelteil bemerkbar. Die technische Brillanz und der Unterhaltungswert sind zwar bemerkenswert, aber den Verlust der erzählerischen Leichtigkeit und Originalität, die "Pirates Of The Caribbean: The Curse of the Black Pearl* noch ausgezeichnet hatte, fehlt. Das ist dann auch das, was den Film zwar rein subjektiv besser macht, ihm aber die Höchstwertung versagt.

Denn trotz alledem gelingt "Pirates Of The Caribbean: Dead Man's Chest" etwas, woran viele Fortsetzungen scheitern: Der Film erweitert die Welt sinnvoll, entwickelt seine Figuren weiter und steigert den Umfang des Abenteuers, ohne seinen Kern zu verlieren. Während der erste Teil mit seiner Frische und seinem Witz punktet, überzeugt der zweite vor allem durch seine enorme erzählerische und visuelle Wucht. "Pirates Of The Caribbean: Dead Man's Chest" ist eine mitreißende Fortsetzung, die größer, düsterer und spektakulärer ausfällt als ihr Vorgänger. Zwar wirkt die Geschichte stellenweise etwas überfrachtet, doch die herausragenden Darsteller, die beeindruckenden Effekte und einige der besten Actionsequenzen der gesamten Reihe machen den Film zu einem der Höhepunkte des modernen Abenteuerkinos und zum besten Teil der Reihe.

9/10  

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 
Walt Disney Pictures/Jerry Bruckheimer Films/Second Mate Productions

Dienstag, 29. Januar 2013

Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl - Fluch der Karibik (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0325980/
https://letterboxd.com/film/pirates-of-the-caribbean-the-curse-of-the-black-pearl/

Hufschmied Will Turner (Orlando Bloom) liebt die Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) seit seiner Kindheit. Als die bezaubernde junge Frau von Captain Barbossa (Geoffrey Rush) entführt wird, zögert Will keine Sekunde mit dem Beginn der Befreiungsaktion. Dumm nur, dass die Landratte nicht gerade dafür prädestiniert ist, auf eigene Faust ein Schiff voller blutrünstiger Piraten zu verfolgen. Er braucht Hilfe und schließt aus diesem Grund einen Pakt mit dem gefangenen Piraten Captain Jack Sparrow (Johnny Depp). Will befreit Sparrow aus seiner Zelle und gemeinsam macht sich das ungleiche Paar an die Verfolgung der "Black Pearl". Ein rasantes Piratenabenteuer nimmt seinen Lauf, in dem nicht jeder Freibeuter das ist, was er zu sein scheint...


Als "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" im Sommer 2003 in die Kinos kam, glaubten nur wenige daran, dass ausgerechnet eine Verfilmung einer Disney-Attraktion das Piratenfilm-Genre neu beleben könnte. Doch Regisseur Gore Verbinski gelang mit seinem Abenteuerfilm genau das: Er schuf einen modernen Blockbuster, der klassische Seefahrerromantik, Fantasy, Humor und spektakuläre Action zu einem außergewöhnlich unterhaltsamen Gesamtpaket verbindet. Im Mittelpunkt stehen der junge Schmied Will Turner (Orlando Bloom), die Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) und der exzentrische Pirat Captain Jack Sparrow (Johnny Depp). Als die berüchtigte Black Pearl unter dem Kommando von Captain Barbossa (Geoffrey Rush) Elizabeth entführt, beginnt eine abenteuerliche Jagd über die Karibik - doch hinter der Piratencrew verbirgt sich ein übernatürliches Geheimnis.

Die größte Stärke des Films ist ohne Frage Johnny Depp. Seine Darstellung des Jack Sparrow ist eine der prägendsten Figurenleistungen des modernen Blockbusterkinos. Depp macht aus dem vermeintlichen Nebencharakter eine unberechenbare Mischung aus Charme, Wahnsinn und Cleverness. Jede Bewegung, jeder Blick und jede improvisiert wirkende Bemerkung verleihen der Figur eine besondere Energie. Geoffrey Rush bildet als Captain Barbossa den perfekten Gegenpol: bedrohlich, charismatisch und mit einer herrlich übertriebenen Schurkenpräsenz. 

Auch Keira Knightley und Orlando Bloom überzeugen. Während Bloom den klassischen Abenteuerhelden verkörpert, entwickelt sich Elizabeth Swann erfreulicherweise zu deutlich mehr als nur einer zu rettenden Nebenfigur. Ihre Entschlossenheit und ihr eigener Wille machen sie zu einer der stärksten weiblichen Figuren des damaligen Blockbusterkinos.

Handwerklich ist "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" bis heute beeindruckend. Die Kamera fängt die Weite der Karibik eindrucksvoll ein, die Schiffssequenzen besitzen echtes Abenteuergefühl und die mit Oscar-prämierten Effekten umgesetzte verfluchte Piratencrew gehört noch immer zu den gelungensten digitalen Effekten der frühen 2000er-Jahre. Gore Verbinski findet dabei eine hervorragende Balance zwischen humorvollen Momenten, spannender Action und düsterer Fantasy. Natürlich ist der Film nicht frei von Schwächen. Mit über zwei Stunden Laufzeit wirkt manche Passage etwas ausgedehnt, und die Handlung hätte an einigen Stellen etwas kompakter erzählt werden können. Auch die Mischung aus verschiedenen Genres sorgt dafür, dass nicht jeder Moment perfekt zusammenpasst. Die Spielfreude von Depp und Rush ist mehr als lobenswert, aber so manches Mal kann der Film seine Länge nicht immer vollständig rechtfertigen.

Dennoch überwiegen die Stärken deutlich. "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" besitzt genau das, was viele moderne Blockbuster vermissen lassen: Persönlichkeit. Der Film ist spektakulär, aber nicht seelenlos; humorvoll, ohne seine Abenteuerwelt ins Lächerliche zu ziehen; und fantasievoll, ohne seine Figuren aus den Augen zu verlieren. Die Kombination aus Action, Humor und charismatischen Figuren ist vermutlich einzigartig - zumindest in der Welt der Piratenabenteuer.  Wenn es so etwas wie einen perfekten Blockbuster gibt, der quasi alles hat, was ein Blockbuster haben sollte, hab ich ihn gefunden. "Pirates Of The Caribbean: The Curse Of The Black Pearl" ist ein Film zum Miterleben, der einen so genial unterhält, dass selbst ein hartgesottener Kritiker, der alles, was nicht künstlerisch wertvoll ist, gleich vorverurteilt, seinen Spaß daran hat. Ein mitreißender Abenteuerfilm, der das Piratenkino für eine neue Generation wiederentdeckte. Johnny Depps Captain Jack Sparrow wurde völlig zurecht zur Kultfigur, doch auch die starke Nebenbesetzung, die atmosphärische Inszenierung und die Mischung aus Fantasy und klassischem Mantel-und-Degen-Abenteuer machen den Film zu einem der besten Blockbuster der frühen 2000er-Jahre. Der Film ist etwas ganz Besonderes, eben das, was man als "Lieblingsfilm" bezeichnet. Ein moderner Klassiker des Abenteuerkinos - auch Jahrzehnte später noch voller Charme, Humor und Abenteuerlust. 

8,5/10 

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 
Walt Disney Pictures/Jerry Bruckheimer Films